Volksstimme Wernigerode


Kita-Kaltstart in Blankenburg
Blankenburg l Die Vorgaben des jüngst ergangenen Erlasses zur „Eingeschränkten Regelbetreuung“ und den dazugehörigen Empfehlungen für ein Hygienekonzept vom Land stellen die Träger der Kindertageseinrichtungen in Blankenburg vor große Herausforderungen. „Gegenwärtig befinden sich unsere Leitungskräfte mit ihren Teams in der Vorbereitung zur Aufnahme der gewohnten Kapazitäten, unter Wahrung der empfohlenen Sicherheitsbestimmungen, deren tatsächliche Praktikabilität gerade in vielerlei Hinsicht noch diskutiert wird“, hieß es noch am Donnerstag, 28. Mai, aus der Blankenburger Stadtverwaltung. Sie ist für die Umsetzung der strengen Vorgaben in ihren Kindertagesstätten in Börnecke, Cattenstedt, Hüttenrode, Heimburg und Derenburg zuständig. „Dabei gilt es vor allem einen soweit wie möglich funktionierenden Ablauf für die tägliche Betreuung zu generieren, ohne dabei unnötige Risiken für die Kinder, Eltern und natürlich unser Personal eingehen zu müssen“, erklärte Amtsleiter Philipp Eysel auf Volksstimme-Nachfrage. Eltern müssen sich daher auf bestimmte Sicherheitsmaßnahmen beim Bringen und Holen der Kinder einstellen, was eingeschränkten Kontakt zu anderen Kindern, Eltern und auch Personal sowie bestimmte Hygieneregeln beim Betreten und Verlassen der Einrichtungen mit einschließt, kündigt er an. Eingeschränkte Öffnungs- und Betreuungszeiten sind in den Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Stadt vorerst nicht angedacht, so Eysel. Etwas anders sieht es in den Einrichtungen aus, die vom Gemeinnützigen Verein für Sozial- einrichtungen (GVS) unterhalten werden. Dort hatten sich GVS-Geschäftsführer Sebastian Selent und Peggy Angerstein, Leiterin der Kindertagesstätte „Am Thie“, im Vorfeld mit den Elternkuratorien der einzelnen Kitas darauf verständigt, die Betreuungszeiten um eine Stunde pro Tag so zu kürzen, um gerade in der bevorstehenden Urlaubszeit eine personelle Betreuung werktags von 6.30 bis 16.30 Uhr zu gewährleisten und die Personalsituation etwas zu entspannen. Denn wie so oft bei Erlassen und Verordnungen steckt der Teufel im Detail: So dürfen die Kinder ab Dienstag, 2. Juni, nur in ihren Stammgruppen mit dem vertrauten Personal betreut werden. Das gilt sowohl im Außen- als auch im Innenbereich der Kitas, um ein „Durchmischen“ von Gruppen zu verhindern, wie Peggy Angerstein erläutert. Dies stelle alle Kollegen vor große Herausforderungen, zumal nicht jede Einrichtung die räumlichen Voraussetzungen habe. Um die vom Land auferlegten Hygienevorschriften umsetzen zu können, haben sich die Einrichtungen ganz individuell vorbereitet. So gebe es unter anderem Zeitregime, damit sich Gruppen auf den Außengeländen und in den Sanitärbereichen nicht begegnen. Der Dienstag werde so etwas wie ein „Kalt-Start“: „Wir werden aber in der Woche auch nachjustieren, wo es notwendig ist“, so Peggy Angerstein. Wichtig sei ihr, dass mit gestrigem Schreiben alle Eltern über die nunmehr geltenden Hygienebestimmungen per Brief informiert wurden. Darin wird unter anderem darauf hingewiesen, die Kinder nur so lange wie wirklich nötig in der Kita zu lassen. Zudem wurden die Eltern gebeten, wöchentlich bis spätestens Donnerstag die Betreuungszeit der betreffenden Kinder für die darauffolgende Woche anzugeben, um den Dienst der Erzieherinnen optimal planen zu können. Das Betreten der Einrichtungen soll ebenfalls auf ein Minimum beschränkt werden und ist nur mit Mund-Nasen-Schutz gestattet. Die Kitas haben, so Sebastian Selent, sogar eigene Konzepte zum Bringen und Holen entwickelt, da nur so wenige Personen wie möglich das Haus betreten sollten. Wer dennoch ins Gebäude muss, ist angehalten, sich sofort die Hände zu desinfizieren und möglichst 1,50 Meter Abstand zu anderen Eltern, Kindern und dem Personal einzuhalten. Im Kindergarten-Alltag sieht Peggy Angerstein bei der nach wie vor geltenden Abstandsregel die wenigsten Probleme. Das habe nicht zuletzt die Notbetreuung der vergangenen Wochen gezeigt, in der überdurchschnittlich viele Kinder - immerhin 155 von insgesamt 500 - in den Kita des GVS betreut wurden: „Gerade die Kinder verstehen das sehr gut und können das gut einhalten. Sie weisen sich sogar gegenseitig darauf hin“, so die erfahrene Erzieherin. Im Elternbrief ist zudem die angepasste Essengeld-Regelung versandt worden. Demnach erfolgt ab Juni die Essengeldabrechnung wieder als monatliche Pauschale von 37 Euro: „Für die Kinder, die im Mai betreut wurden, gibt es eine Rechnung Anfang Juni für den Mai. Circa eine Woche später wird wie gewohnt der Beitrag für das Essengeld des Monats Juni im voraus eingefordert.“
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�rger auf Weg zu Waldbrand bei Blankenburg
Blankenburg l Mit einem Waldbrand an der Teufelsmauer hat Blankenburgs Freiwillige Feuerwehr am Sonntagmittag, 31. Mai, zu kämpfen. Das eigentliche Feuer zwischen Großvater und Hamburger Wappen haben die Kameraden schnell im Griff, doch der Weg dahin gestaltet sich für sie äußerst schwierig. „Auf dem Großvaterweg kamen unsere Löschfahrzeuge einfach nicht durch – die Straße war zugeparkt“, berichtet Ortswehrleiter Alexander Beck. Vor allem in Kurven- und Kreuzungsbereichen bliebe zwischen auf der Straße stehenden Autos auf der einen Seite und dem Abhang auf der anderen für die Autos der Brandschützer nicht genug Platz. „Mindesdurchfahrtsbreite nach Straßenverkehrsordnung (StVO) sind 3,05 Meter. Unsere Feuerwehr-Fahrzeuge sind nicht einmal 2,50 Meter breit  - und konnten trotzdem nicht vorbei“, rechnet Beck vor. Laut Paragraph 12 der StVo ist das Halten - und somit Parken - an engen Straßenstellen verboten. Rund eine Viertelstunde hätten die Einsatzkräfte auf der Anfahrt zum Brandort durch Diskussionen mit uneinsichtigen Anwohnern verloren, die ihre Autos nicht wegfahren wollten. „Das ist Zeit, die wir nicht verschenken können, wenn es um Leben und Tod geht“, sagt Beck. Diesmal sei es „nur“ ein Feuer gewesen. Doch der Blankenburger Ortswehrleiter appelliert, an die Sicherheit aller in medizinischen Notfällen zu denken – und die Straßenverkehrsordnung zu beachten. An der neuralgischen Stelle Großvaterweg hätten die Brandschützer seit Jahren immer wieder Probleme, wenn sie zu Einsätzen Richtung Teufelsmauer aufbrechen. Gemeinsam mit Ordnungsamt und Polizei, die den Einsatz am Sonntag begleiteten, habe man sich über Konsequenzen verständigt: „Das Ordnungsamt soll geparkte Autos konsequent abschleppen, wenn sie Feuerwehr-Einsätze behindern“, sagt der Wehrleiter. Am Pfingstsonntag zumindest ging alles glimplich zu Ende: Ein nicht richtig abgelöschtes Lagerfeuer mitten im Wald rund einen Kilometer südöstlich des Großvaterfelsens konnten die Kameraden mit Hilfe einiger Wanderer schnell orten. Das Feuer zwischen Kamm- und Südweg hatte sich laut Beck zehn Zentimeter tief in den Boden gefressen, ausgebreitet und weitergebrannt. Mit acht Löschrucksäcken und zwei mal Waldbrandwerkzeug löschten die Kameraden das Feuer binnen einer halben Stunde.
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Polizei l�st an Rappbodetalsperre Treff auf
Rüebeland (vs) l 69 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten hat die Polizei nach einem Einsatz an der Rappbodetalsperre im Oberharz eingeleitet. Die Beamten waren am Samstagabend, 30. Mai, von 20.30 Uhr bis gegen 1 Uhr im Bereich am und um den Tunnel nahe der Staumauer - im Volksmund "Soundröhre" genannt - vor Ort. "Nach ersten Hinweisen wurden vor Ort mehr als 150 Fahrzeuge und etwa 250 Personen angetroffen", berichtet ein Sprecher des Polizeireviers Harz. Die Staumauer selbst sei frei gewesen. Aber an den zur Verfügung stehenden Parkflächen und auf den Waldwegen nahe der Rappbodetalsperre parkten Autofahrer "teils verbotswidrig".
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TheaterNatur im Oberharz trotzt Corona
Benneckenstein l „Wir sind von vorsichtig optimistisch mittlerweile auf dem Weg des Realistischen, dass wir das TheaterNatur dieses Jahr vom 7. bis zum 23. August tatsächlich auf der Waldbühne Benneckenstein mit Zuschauern durchführen können“, verkündet Janek Liebetruth freudestrahlend vom Küchentisch seiner Berliner Wohnung aus. Gemeinsam mit Dramaturgin Lena Fritschle hat der künstlerische Leiter des Festivals auf einer Pressekonferenz via YouTube am Freitag, 29. Mai, das Programm vorgestellt. Es werde einige Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren geben, betont er. Denn die Hygienebestimmungen und Abstandsregelungen gelten im August wahrscheinlich immer noch. Deshalb stehe der Verein Kulturrevier Harz als Träger bereits jetzt in regem Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Wir müssen dann im Juli sehen, wie viele Besucher wir begrüßen dürfen und müssen uns danach einrichten“, erklärt er. Genaue Zahlen gebe es noch nicht. Die Einschränkungen gelten nicht nur für das Publikum. „Das betrifft auch die Arbeit auf der Bühne“, verdeutlicht Janek Liebetruth. Derzeit überlege das Team, wie es realisieren könne, dass sich die Schauspieler auf der Bühne nicht zu nahe kommen. „Das ist sicherlich eine Herausforderung, der wir uns aber in den letzten Monaten gestellt haben. Mit Zuversicht und ein bisschen Mut wollen wir das über die Bühne bringen.“ Auswirkungen hat die Krise auch auf den Programmtitel gehabt. Anfangs stand das Festival unter dem Motto „Endstation: Einheit?“. „Wir wollten in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung feiern. Wie sieht es mit der Einheit aus, was gibt es noch für Themen, die man bearbeiten muss“, wirft der künstlerische Leiter einige Fragen in den Raum. „Nun hat es sich in der Corona-Zeit aber so entwickelt, dass Einheit und das Zusammenhalten gerade die wichtigsten Themen sind. Deshalb wollten wir aus dem Fragezeichen ein Ausrufezeichen machen.“ Inhaltlich dreht sich alles um menschliche Nähe, ungewöhnliche Lebenswege, unsichere Gefühlswelten und eben auch Ost und West. So wie in der ersten von zwei Eigenproduktionen des Kulturreviers. „Es ist noch nicht soweit“ ist das Schauspiel überschrieben. „Es ist ein Auftragswerk an den jungen Autor Sören Hornung, mit dem ich zusammen eine sehr schöne und spannende Geschichte entwickelt habe, die das Thema Einheit ganz speziell auf den Spielplan bringen soll“, erzählt Janek Liebetruth, der hier auch die Regie übernommen hat. In dem Stück treffen der Ost-Sandmann als „sehr geschätztes Überbleibsel der DDR-Zeiten“ und sein Ebenbild aus der Bundesrepublik, der „mit der Wende verschwunden“ ist, als alte Männer aufeinander. Laut Liebetruth geht es „um die vielen Probleme, die die beiden miteinander haben und die Wut, die vielleicht auch in bestimmten Situationen nach wie vor vorhanden ist“. Die Proben sollen in der kommenden Woche beginnen. Als zweite Eigenproduktion legt der Verein das Tanzstück „Un|eins“ vor. „Es wird ein dreiteiliger Ballettabend“, sagt Ja­nek Liebetruth. „Im ersten Teil wird die junge Berliner Choreografin Xenia Wies eine Uraufführung präsentieren, explizit zum Thema. Wir wollten den Abend ursprünglich komplementieren durch eine Koproduktion einer israelischen Tanzkompanie.“ Aufgrund der Reisebeschränkungen habe das Team umgeplant. Jetzt ergänzt die Produktion „Konsequenzen“ des Tanztheaters Erfurt den Abend. „Es wird zudem als Abrundung ein in Berlin ansässiger israelischer Choreograf und Tänzer ein Solo präsentieren“, verrät der künstlerische Leiter. Eine weitere Änderung im Vergleich zu den Vorjahren ist die Festivalstruktur. Statt eines stetigen Wechsels zwischen den beiden Eigenproduktionen des Vereins und den Gastspielen sieht das Programm eine Dreiteilung auf der Waldbühne vor. Vom 7. bis 11. August ist „Es ist noch nicht soweit“ zu sehen, vom 15. bis 19. August die Gastspiele und vom 21. bis 23. August der Tanzabend „Un|eins“. Dazwischen mischen sich jedoch weitere Gastspiele und drei Stücke für Kinder, die jeweils auf der kleineren Bühne im Waldstudio gezeigt werden, sowie Konzerte auf der Waldbühne. Zusätzlich wird unter dem Namen Frei|luft|kultur ein neues Format präsentiert. „Damit bespielt das Festival ab sofort nicht mehr nur den Bereich um die Waldbühne, sondern die komplette Region Oberharz“, macht Dramaturgin Lena Fritschle neugierig. Expandiert werde unter anderem nach Braunlage, Elbingerode und Hasselfelde. Bei freiem Eintritt sind zwei Produktionen zu erleben, darunter mit Zirka-Trollop „ein wundervoller Brückenschlag zwischen Theater und Artistik“, schwärmt sie. Mit „Hærzarchiv“ setzt die Festivalleitung auf ein weiteres neues Format, „um vermehrt in den Harz auszustrahlen“, wie Janek Liebetruth meint. Gesammelt werden persönliche Anekdoten von Bewohnern, die in einer interaktiven Kunstin-stallation im öffentlichen Raum präsentiert werden sollen, „vordergründig in leerstehenden Räumlichkeiten. Diesen wollen wir während des Festivals ein bisschen Leben zurückgeben“, erläutert der Festivalleiter. Wer seine Geschichte erzählen möchte, kann sich per E-Mail an info@theaternatur.de an den Verein wenden. Passend zum Leitthema Einheit sollen Erlebnisse aus dem Jahr 1990 im Fokus stehen.
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Wie sich Corona auf den Harz auswirkt
Friedrichsbrunn l Die Volksstimme fragt Betroffene, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. Dieses Mal: Touristik-Unternehmer Jörg Merkelbach aus Friedrichsbrunn im Harz. Volksstimme: Wie geht es Ihnen? Jörg Merkelbach: Es geht mir gut. Das sage ich, obwohl ich wegen Corona seit Anfang März einen Umsatzverlust von rund 200.000 Euro habe. Ich bin ein positiver Mensch. Ich denke daran, dass viele Familien in Magdeburg während dieser Pandemie in kleinen Wohnungen ohne Balkon wie eingesperrt leben müssen. Ich kann hier in meinem Ferienpark im Harz auf fünf Hektar spazierengehen. Wie wirkt sich die Krise auf Ihr Unternehmen aus? Negativ. Und das tut mir weh. Ich habe in Thale im Ortsteil Friedrichsbrunn ein großes Blockhausrestaurant mit zwei Bowlingbahnen, vermiete seit 1992 Ferienhäuser und noch nicht so lange auch ein Wohnmobil. Außerdem betreibe ich einen Elchpark. Wegen Corona sind die Familienfeiern abgesagt. Die meisten Rentner haben als Risikogruppe Angst zu verreisen, die warten erstmal ab. Und das Wohnmobil will niemand mieten. Jetzt ist Schluss damit, das Fahrzeug melde ich ab. Haben Sie Hilfe beantragt? Ja. Ich habe 15.000 Euro Soforthilfe bekommen. Das funktionierte ganz unproblematisch. Drei Tage nach meinem Antrag war das Geld auf dem Konto. Jetzt muss ich einen Kleinkredit aufnehmen. Ich bin froh, dass unsere Kunden so viel Verständnis haben. 90 Prozent wollen Gutscheine. Mit welchen Gefühlen blicken Sie in die Zukunft? Ich bin seit meinem 21. Lebensjahr selbständig. Ich habe wenig Schulden, habe alles nach und nach solide aufgebaut. Das Geschäft wird wieder auf die Füße kommen. Ich habe sechs Kinder, einige arbeiten im Ferienpark. Das motiviert mich, die Situation zu meistern. Wir werden das überleben. Welchen Wunsch haben Sie? Dass die Forscher endlich einen Impfstoff gegen Corona finden.
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