Volksstimme Wernigerode


Impfstoff bleibt Mangelware im Harz
Wernigerode l��Wir wollen impfen. Und jetzt ist der Impfstoff auch da, wo er hingeh�rt � in den Arztpraxen�, sagt Dr. Henrik Straub. Der Allgemeinmediziner und Sprecher der Kassen�rztlichen Vereinigung im Altkreis Wernigerode ist wie viele seiner Kollegen froh, nun endlich loslegen zu d�rfen � wenn vorerst auch auf Sparflamme. Zwar hat die Bundesregierung nach Ostern den fl�chendeckenden Impfstart in den Hausarztpraxen ausgerufen. Doch Impfstoff ist nach wie vor Mangelware.
�Wir k�nnen derzeit zwischen 18 und 50 Dosen pro Woche in den Apotheken bestellen�, sagt Straub. �Im Moment bekommen wir Biontech/Pfizer.� In den kommenden Wochen sei auch AstraZeneca m�glich.
Die Nachfrage sei �sehr hoch�, sch�tzt der Allgemeinmediziner ein. Straub betreibt zwei Praxen � in Silstedt und Derenburg. Zwei Mitarbeiterinnen w�rden fast permanent wegen der Impftermine am Telefon h�ngen. Es k�nne sich jeder f�r einen Impftermin anmelden. �Es obliegt den Arztpraxen, die Impfwilligen entsprechend der drei Priorisierungsgruppen zu ordnen und die Termine zu vergeben�, so Straub. �Gleichzeitig sind wir dabei, alle unsere �ber 80-j�hrigen Patienten abzutelefonieren.� Diese Patienten h�tten das h�chste Risiko, nach einer Corona-Infektion zu sterben. Und nicht alle seien bislang in den Impfzentren immunisiert worden. �Diese L�cken versuchen wir nun zu schlie�en.�
Wichtig ist dem Allgemeinmediziner, dass am Ende eines Tages keine Impfdosis �brig bleibt. �Sicherlich wird es Patienten geben, die ihren Termin spontan nicht wahrnehmen k�nnen. F�r diese F�lle haben wir eine Liste mit Reservekandidaten � ebenfalls nach Priorisierung.� Sollte sich mal kein Impfwilliger mehr finden, w�rde er lieber jemand von der Stra�e holen. �Es gibt nichts Schlimmeres, als Impfstoff wegzuwerfen�, betont der Allgemeinmediziner.
Modell-Projekt in Benzingerode und Heudeber Biontech-Impfstoff f�r exakt 24 Patienten seiner beiden Praxen in Benzingerode und Heudeber hat Dr. Christian M�ller am Dienstagnachmittag abgeholt. �Eine Lachnummer�, wie er sagt. �Das Impf-Tempo ist eine Katastrophe.�
Dennoch habe er schon rund 400 seiner Patienten impfen k�nnen. �Ich habe mich selbst gek�mmert und beteilige mich an einem Modell-Projekt�, erl�utert der Hausarzt. So habe er die ersten Spritzen bereits vor rund drei Woche setzen k�nnen und musste nicht wie die meisten seiner Kollegen das Osterfest abwarten. Allein in der Woche bis Gr�ndonnerstag h�tten 103 Patienten in Heudeber den Impfstoff verabreicht bekommen, 96 in Benzingerode.
Rund 200 Impfungen pro Woche � aus seiner Sicht sei das f�r seine Praxen realistisch und umsetzbar. Immerhin gibt es nicht nur Corona, auch weiterhin m�ssen sich Haus�rzte auch um andere Erkrankungen k�mmern.
Vorrangig AstraZeneca verabreicht Vorrangig haben seine Patienten den Wirkstoff von AstraZeneca verabreicht bekommen. Sind diese verunsichert, angesichts des Impf-Chaos und der Hiobsbotschaften rund um diesen Wirkstoff? �Nur wenig�, sagt der Arzt. Die meisten seien froh, �berhaupt geimpft werden zu k�nnen. Aber: �Je j�nger die Leute sind, desto kritischer stehen sie dem Thema gegen�ber.� Das liege nicht zuletzt an der �ungl�cklichen Kommunikation seitens der Politik�.
Er selbst sei von AstraZeneca �berzeugt � sofern bei den zu Impfenden keine Vorgeschichten wie Thrombose oder �hnliches in der Krankenakte zu finden sind. Sei so etwas der Fall, k�nne nun auf den raren Biontech-Impfstoff zur�ckgegriffen werden.
Warten in Benneckenstein Hausarzt Matthias Krause hat f�r Dienstagnachmittag die Lieferung der ersten gut 40 Dosen Impfstoff erwartet, die er in seiner Praxis in Benneckenstein verimpfen kann. Weil immer wieder Unsicherheiten bestanden, ob der Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer wirklich eintreffen w�rde, hat er bis zuletzt mit der Terminvergabe gewartet. �Die ersten Patienten haben wir dann aber doch einbestellt�, so der Allgemeinmediziner.
�ber Erfahrung mit der Corona-Schutzimpfung verf�gt Krause mittlerweile reichlich: Im Impfzentrum der Stadt Oberharz am Brocken nimmt er in Zusammenarbeit mit dem Impfteam der DLRG seit M�rz an jedem Sonnabend Immunisierungen vor. Am Osterwochenende h�tten 250 Personen dort die erste oder die zweite Spritze erhalten. �Das war sportlich�, so Krause, der zus�tzlich 22 Hausbesuche absolvierte.
Telefonh�rer in Arztpraxen gl�hen
Auch in den Praxen in Halberstadt standen am Dienstag die Telefone nicht still, auch wenn immer wieder gesagt wurde, dass die �rzte die Patienten kontaktieren. Das ging nicht nur dem Halberst�dter Mediziner Stefan Kolbe so. Er hat, wie alle, die beim Impfen einsteigen, bereits in der vergangenen Woche Impfstoff bei seiner Apotheke bestellt, gestern ging die Bestellung f�r die kommende Woche raus.
�Wir k�nnen den Praxen aber erst am Montag sagen, wie viele Dosen sie dann tats�chlich bekommen�, erkl�rt der Halberst�dter Apotheker Ulrich Grosch. Maximal habe jede Praxis erstmal nur 50 Impfdosen bestellen k�nnen. �Vom Gesundheitsministerium aus Berlin haben wir dann einen K�rzungsschl�ssel bekommen mit der Ansage, ihr k�rzt jetzt wie folgt...� Deshalb haben die meisten Praxen nur 24 Impfdosen erhalten.

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Einblicke in R�merzeit im Harzvorland
Derenburg/Silstedt l Wo noch 2021 Fahrradfahrer auf einer neuen Trasse von Derenburg nach Silstedt rollen sollen, haben vor fast 2000 Jahren Bewohner des Harzvorlandes ihre Toten beigesetzt: Das belegen die Ausgrabungen auf der Baustelle. �Wir sind auf 15 Feuerbestattungen gesto�en, darunter einige mit Mustern verzierte Urnen aus Ton�, berichtet Arch�ologe Christian Rauh.
Wie der Ausgrabungsleiter erl�utert, stammen die Fundst�cke wahrscheinlich aus der sp�ten r�mischen Kaiserzeit. Sie k�nnten nur ein Bruchteil �eines gr��eren Gr�berfeldes� sein, das sich bis auf die andere Stra�enseite und �ber den Acker entlang der H�gelkuppe erstreckt. Das vermutet Susanne Friedrich, Abteilungsleiterin f�r Bodendenkmalpflege des Landesamts f�r Arch�ologie.
Die Expertin verweist darauf, dass jedoch nur der schmale Streifen des Radwegs untersucht werden soll. �Wir wollen die Bauarbeiten nicht aufhalten, untersuchen und bergen nur, was wir auf der Trasse finden und zerst�rt w�rde.�
Grab aus Neolithikum weist auf lange Besiedelung hin Dabei stehen Rauh und sein Team seit Anfang M�rz auf dem mehr als zwei Kilometer langen und vier bis f�nf Meter breiten Grabungsfeld an der Landesstra�e 82 unter Zeitdruck: �Bis Ende April wollen wir unsere Arbeit abgeschlossen haben�, sagt der Grabungsleiter. �Wir haben an der vielversprechendsten Stelle begonnen, arbeiten uns danach noch einmal von Derenburg Richtung Silstedt.�
Neben den Feuerbestattungen haben er und seine Mitarbeiter ein K�rpergrab aus der Jungsteinzeit entdeckt, erg�nzt Friederich. Das Besondere an der Fundst�tte: Die Artefakte schlummerten stellenweise in nur 40 Zentimetern Tiefe, direkt unter dem Oberboden. �Einige sind durch Pfl�ge oder anderes Ackerger�t besch�digt�, erl�utert die Expertin f�r Bodendenkmalpflege. Die Fundst�cke sollen nach ausgiebiger Dokumentation beim Landesamt f�r Arch�ologie in Halle untergebracht und gesichert werden.
Gr�berfelder wie das zwischen Holtemme und Landesstra�e seien �typisch f�r das Harzvorland�, sagt Susanne Friedrich. Die Region sei f�r Arch�ologen �eines der besten Felder �berhaupt in Zentraleuropa�.
Der Grund: hervorragende B�den und relativ wenig Niederschlag im Regenschatten des Gebirges. �Das muss den ersten Ackerbauern gefallen haben, die vor rund 7500 Jahren aus dem vorderen Orient in die Region einwanderten�, so die Arch�ologin. Dementsprechend dicht sei die Gegend am Nordrand des Harzes besiedelt gewesen.
Radweg-Bau kostet 700?000 Euro Hintergrund: Direkt im Anschluss an die Ausgrabungen sollen die Arbeiten an der Trasse beginnen. Geplant ist ein �gemeinsamer Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr mit einer Breite von 2,50 Metern�, erl�uterte Michael Schanz Anfang Februar. Laut des Chefs vom Regionalbereich West der Landesstra�enbaubeh�rde sei nicht mit gr��eren Verkehrseinschr�nkungen auf der L 82 zu rechnen. Um Vorsicht an der Baustelle wird dennoch gebeten.
Der Neubau, der an der Einm�ndung des bestehenden Radwegs an der Holtemme-Br�cke am Ortsausgang Derenburgs auf die Stra�e ansetzt, soll das Risiko f�r Fahrradfahrer auf der Strecke nach Silstedt minimieren. Insgesamt sollen rund 700 000 Euro f�r das Projekt ausgegeben werden.

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Eisgl�tte im Harz
Oberharz l Das winterliche Wetter im Harz h�lt weiter an. Wer schon Sommerreifen aufgezogen hat, sollte besonders den Oberharz meiden. Die Polizei rief am Dienstagmorgen� ortskundige Autofahrer dazu auf, das Gebiet weitr�umig zu umfahren.

Auf den Stra�en kommt es wegen Schnee- und Eisgl�tte zu Behinderungen. Vom Brockengipfel wurden um 07.00 Uhr fast Minus 8 Grad Celsius gemeldet. Zwar hat der Sturm etwas nachgelassen, dennoch ist der Wind eisig. Die gef�hlte Temperatur auf dem Harzgipfel liegt etwa bei -16 Grad Celsius.

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Schneewirbel toben �ber den Brocken
Brocken l Im Oberharz ist zu Ostermontag der Winter zurückgekehrt. In den oberen Lagen fällt Schnee. Orkanartige Böen bis 115 km/h treiben diesen vor sich her. Schneewirbel toben über das Brockenplateau. Der Deutsche Wetterdienst hat deshalb eine Unwetterwarnung herausgegeben. Es wird vor herabfallenden Ästen und herumfliegenden Gegenständen gewarnt.   Auf den Straßen und Wegen des Oberharzes ist mit Verwehungen und Glätte zu rechnen. Einige Wanderer ließen sich davor jedoch nicht abschrecken. „Es ist Wahnsinn! Ich hätte niemals gedacht, dass hier soviel Schnee liegt", so Bernd aus Göttingen. Und trotz des Sturms genießt der Niedersache das Wetter: „Man ist hier oben einfach fern ab von allem. Ich fühl mich einfach sicher. Keine Corona - gar nichts!"
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Schnelltests sind gefragt im Harz
Elbingerode/Hasselfelde l�Der Weg zum Corona-Schnelltest f�hrt in einen idyllischen Hinterhof. Christian Westphal empf�ngt die Testwilligen in einer rustikalen Sitzgruppe aus Holz. Der Inhaber der Lindenapotheke in Hasselfelde tr�gt einen Schutzkittel, Handschuhe, Schutzbrille, Visier und Maske � Schutzvorkehrungen, die in der Corona-Pandemie normal geworden sind. Als einzige Apotheke in der Oberharzstadt bietet die Lindenapotheke kostenfreie Schnelltests an.
Landrat Thomas Balcerowski (CDU) habe ihn gebeten mitzumachen, berichtet Westphal. Das Interesse sei gro�: In der vergangenen Woche h�tten sich 120 Interessenten testen lassen. �Das war Wahnsinn. Mit so viel Andrang habe ich gar nicht gerechnet�, sagt der Apotheker. Die Testwilligen k�men aus der gesamten Oberharzstadt und umliegenden Orten. H�ufig h�re er, dass in den St�dten die Termine schnell ausgebucht seien.
Test durch den HIntereingang Allerdings k�nnten nicht �berall Schnelltests angeboten werden, sagt Westphal. Oftmals scheitere es an den r�umlichen Voraussetzungen. In der Lindenapotheke nutze man den Hintereingang und den Hof, sodass sich Testpatienten und Kunden nicht begegnen. �Gott sei Dank spielt das Wetter mit�, so Westphal.
Denn wenn es zu kalt sei, k�nne man nicht im Freien testen. �Die Tests sind f�r einen Temperaturbereich zwischen f�nf und 25 Grad Celsius ausgelegt�, erl�utert der Apotheker. Dar�ber oder darunter k�nne man nicht mit einem korrekten Ergebnis rechnen.
Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht T�glich teste er zwischen 9 und 11 Uhr sowie von 17 bis 18 Uhr. Wer sich anmelden m�chte, kann dies telefonisch, per E-Mail oder pers�nlich in der Apotheke tun. Man brauche weder Chipkarte noch Personalausweis, m�sse aber Daten wie Namen, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer angeben. Bei negativem Ergebnis w�rden diese vernichtet, wenn es positiv ist, werden sie ans Gesundheitsamt �bermittelt.
Er sieht die Schnelltests als probates Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. �Jeder Getestete ist ein Tropfen in der Waagschale.� Zwei Tests fielen bisher positiv aus, die Personen zeigten keine Symptome. Ob der nachfolgende PCR-Test dies best�tigt hat, wisse er nicht. Das Risiko von falsch-positiven Tests sei aber mit f�nf Prozent recht niedrig. Hingegen sei in 20 Prozent der F�lle mit einem falsch-negativen Ergebnis zu rechnen, wei� der Apotheker. �Der Schnelltest bietet keine hundertprozentige Sicherheit.�
Mediziner sind ausgelastet In der Hausarztpraxis von Matthias Krause in Benneckenstein h�lt sich die Nachfrage nach Corona-Schnelltests derweil in Grenzen. Der Mediziner ist froh, denn gro�en Andrang k�nnte er nicht bew�ltigen. �Die Haus�rzte k�nnen das nicht in dem Umfang leisten, wie die Politik sich dies vorstellt�, so Krause. �Daf�r sind Testzentren n�tig.� Allgemeinmediziner seien damit ausgelastet, die Grundversorgung sicherzustellen.
Zudem seien Schnelltests in gr��erem Umfang in vielen Praxen � �hnlich wie in Apotheken � aufgrund der r�umlichen Situation nicht m�glich, ohne zus�tzliche, unerw�nschte Begegnungen herbeizuf�hren. Er selbste teste auf dem Hof, so Krause. Meist k�men Patienten, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten oder wenn sie eine Bescheinigung brauchen, etwa f�r Dienstreisen.
Testm�glichkeit im Diakonie-Krankenhaus Im Rahmen des PassGo-Projektes, das der Harzkreis vorbereitet , k�nnte das Testzentrum am Diakonie-Krankenhaus Elbingerode f�r jedermann ge�ffnet werden. In der Einrichtung werden t�glich rund 200 Menschen getestet. Dazu z�hlen Mitarbeiter und Patienten aus Klinik und �rztehaus sowie Bewohner des Altenheimes der Diakonie und deren Besucher, berichtet Gesch�ftsf�hrer Martin Montowski. Ambulante Patienten des �rztehauses k�nnen w�chentlich einen kostenlosen Schnelltest vornehmen.
Wenn das Modellprojekt verwirklicht wird, w�rde der Kreis der Berechtigten ausgeweitet. �Wir haben beim Landkreis die Beauftragung abgefordert, als Testzentrum dienen zu d�rfen�, so Montowski. Die Best�tigung stehe noch aus, das konkrete Regelwerk f�r den Testbetrieb sei noch nicht bekannt. Zudem seien in Bezug auf die PassGo-App f�r das Handy noch offene Fragen zum Datenschutz zu kl�ren.
Absage droht Montowski ist aber zuversichtlich, dass dies zeitnah geregelt werden k�nne. �Sobald die Beauftragung vorliegt, sind wir einen bis zwei Tage sp�ter startklar�, sagt der Gesch�ftsf�hrer. Unter der Woche w�ren Testwillige t�glich von 15 bis 18 Uhr willkommen � nachdem die Mitarbeiter, Patienten, Bewohner und Besucher der Diakonie an der Reihe gewesen sind. Am Wochenende k�nnte in der Zeit von 11 bis 16 Uhr ge�ffnet werden
Das Projekt steht aber angesichts steigender Infektionszahlen auf der Kippe: Klettert die Sieben-Tage-Inzidenz �ber die 200er-Marke, wie kreisweit geschehen, steht die Absage im Raum. Vergebens seien die Bem�hungen aber auch dann nicht gewesen, so Montowski. �Der Start w�rde auf einen sp�teren Zeitpunkt verschoben.�

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