Volksstimme Wernigerode


Corona-Virus h�lt auch den Harz in Atem
Halberstadt/Wernigerode l Bei Dr. Heike Christiansen und ihrem Team stehen die Telefone schon seit Wochen nicht mehr still. „Wir sind“, berichtet die Amtsärztin im Harzkreis, „schon seit drei Wochen im Corona-Fieber“. Erst seien es insbesondere Firmen gewesen, deren Mitarbeiter mit chinesischen Firmen direkten beruflichen Kontakt hatten, dann an erkältungsähnlichen Symptomen erkrankt seien und mit Blick auf das zunächst in China aufgetretene Corona-Virus Klarheit haben wollten. Nunmehr gebe es vor allem Anfragen von Menschen, die in Italien unterwegs waren und denen es im Nachgang ähnlich gehe. Unklare, mit einer Erkältung vergleichbare Symptome und die bange Frage, ob das vielleicht Corona sein könnte. Stand Donnerstag kann Dr. Christiansen Entwarnung geben: „Bislang gab es bei uns im Harzkreis keinen positiv getesteten Fall.“ Allein hinsichtlich der Kontakte mit China seien etwa zwei Dutzend Rückkehrer getestet worden. Dafür, erklärt die Amtsärztin, würden Abstriche von Nase und Rachenraum genommen und anschließend im Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz untersucht. „Dann haben wir nach spätestens zwei Tagen Klarheit.“ Klarheit – das ist auch das Stichwort mit Blick in den Nachbarkreis Goslar. Dort gab es nach einem Corona-Verdachtsfall am Donnerstag, 27. Februar, weitgehend Entwarnung: „Die nach der Einlieferung des Patienten erfolgten Untersuchungen sind zu 90 Prozent negativ“, so Kliniksprecher Ralf Nehmzow und Maximilian Strache, Sprecher der Kreisverwaltung Goslar, am Abend. Der Patient – ein 22-jähriger Student aus Clausthal-Zellerfeld – sei in der Nacht zum Donnerstag mit Erkältungssymptomen ins Asklepios-Klinikum eingeliefert und sofort in ein Isolierzimmer gebracht worden. Am heutigen Freitag seien weitere Tests geplant, um 100-prozentige Klarheit zu bekommen, so die beiden Sprecher übereinstimmend. Prävention und Vorbereitung sind die Stichworte am Harzklinikum mit den Standorten Wernigerode und Quedlinburg. Seit dem Auftreten der Erkrankung in China, habe man die Corona-Problematik im Blick, so Kliniksprecher Tom Koch. Angesichts der aktuellen Entwicklung mit der Häufung von Krankheitsfällen auch in Deutschland werde regelmäßig überprüft, ob die eigenen Vorkehrungen ausreichend und angemessen seien. Auf Basis aktueller Hinweise und Informationen des Robert-Koch-Instituts würden die Mitarbeiter entsprechend unterwiesen. Zudem würden für das medizinische Personal mit Kontakt zu potenziellen Corona-Patienten Atemschutzmasken, Schutzkittel, Handschuhe und Schutzbrillen bereitgehalten. Zudem gebe es spezielle Handlungspläne für den Fall der Fälle. Dabei stehe das Thema Isolation im Mittelpunkt. „Im Prinzip bereiten wir uns vor wie auf den Fall des Ausbruchs einer Grippe-Epidemie im großen Stil“, so Koch. Dann würden – je nach Fallzahlen – einzelne Zimmer oder ganze Stationen isoliert, um die Infektionskette zu unterbrechen. Ähnlich der Stand im Ameos-Klinikum Halberstadt: „Wir wissen genau, was wir machen müssen, wenn ein Verdachtsfall auftritt“, versichert der ärztliche Direktor Prof. Dr. Klaus Begall. So könne jederzeit eine Isolierstation aktiviert werden. „Dafür haben wir nicht nur die räumlichen, sondern auch die personellen Voraussetzungen geschaffen.“ Die Pandemie-Pläne, über die ein Krankenhaus ohnehin verfügt, seien auf die aktuelle Situation angepasst, Handlungs- und Informationsketten festgelegt sowie die Mitarbeiter vorbereitet worden. „Wir wissen, dass die Krankheitswelle nun auch Deutschland erreicht hat. Das versetzt uns aber nicht in Panik, sondern in eine ernsthafte Arbeitsamkeit“, so Begall. Bislang sei die Lage im Krankenhaus ruhig. „Bis jetzt gibt es keine Auffälligkeiten und auch kein erhöhtes Patientenaufkommen.“ Der Mediziner rät Menschen, die sich krank fühlen, nicht selbst in die Notaufnahme zu kommen, sondern den Hausarzt zu sich kommen zu lassen, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden – so wie es auch von amtlicher Seite immer wieder propagiert wird. Dass viele Bürger besorgt sind, zeigt sich in Apotheken besonders deutlich. „Zurzeit keine Atemschutzmasken mehr verfügbar“ – dieses Schild prangt aktuell an der Eingangstür zur Halberstädter Stadt-Apotheke. „Wir versuchen ständig, welche nachzubestellen, aber das ist gerade schwierig“, berichtet Inhaberin Annette Seelhorst. Auch Desinfektionsmittel würden überdurchschnittlich häufig nachgefragt. Sie selbst habe keine Angst vor einer Infektion und versuche, ihre Kunden zu beruhigen. Seelhorst rät ihnen, besonders auf Hygiene zu achten. Händeschütteln und Umarmungen sollten vermieden, Taschentücher gleich nach der Benutzung entsorgt werden – am besten in einem luftdichten Behältnis. Wer beispielsweise Geländer oder den Griff eines Einkaufswagens angefasst habe, sollte darauf achten, die Hände zu waschen, bevor er sich ins Gesicht – insbesondere in Augennähe – fasst. Dies seien aber alles Verhaltensweisen, die in der Grippesaison ohnehin zu beachten seien, wie die Apothekerin betont. Im Wernigeröder Rathaus habe man die Entwicklung in Sachen Corona-Virus im Blick, betont Sprecher Tobias Kascha. Die Verwaltung habe sich ans Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsamt des Harzkreises und das Harzklinikum gewandt. „Wir bleiben in Kontakt und werden uns in regelmäßigen Abständen austauschen“, so Kascha. Die Stadtverwaltung wolle keine Panik schüren. Im Blick habe man dabei besonders städtische Einrichtungen wie Kitas, in denen viele Menschen aufeinander treffen. Allerdings seien Schließungen bisher kein Thema, ebenso wenig Absagen von geplanten Veranstaltungen: „Es besteht keine Notwendigkeit“, so Kascha. Gedanken mache man sich allerdings über den Klavierwettbewerb „Neue Sterne“, der vom 28. März bis 5. April über die Bühne gehen soll. „Es sind Teilnehmer aus dem asiatischen Raum dabei, wenn auch nicht unbedingt aus Risikogebieten“, so Kascha. In den kommenden Tagen wolle sich die Stadt beim Robert-Koch-Institut beraten lassen, was zu tun sei. In Halberstadt steht nach Angaben von Sprecherin Ute Huch die Verwaltung in direktem Kontakt mit dem Ameos-Klinikum. Für die Mitarbeiter der Verwaltung seien zusätzlich Infektionsmittel zur Reinigung der Hände geordert worden. „Darüber hinaus sollen umgehend Atemschutzmasken für die Mitarbeiter im Bürgerbüro und im Standesamt – hier ist der intensivste Bürgerverkehr – bestellt werden.“ Veranstaltungen oder ähnliches seien bisher nicht abgesagt worden. Wer Fragen zur Thematik hat, sollte sich direkt an das Gesundheitsamt wenden – Telefon: (0 39 41) 59 70-2302, -2320 und -2382
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Wernigerode sagt Nein zu Burger King
Wernigerode l 18-mal Nein, 16-mal Ja: Die Absage an das geplante Schnellrestaurant im Wernigeröder Harzpark fiel denkbar knapp aus. Die Mitglieder des Stadtrates ließen das Projekt am Donnerstagabend, 27. Februar, mehrheitlich durchfallen. Vor allem SPD, Bündnis 90/Grüne und Teile der Linken sorgten für einen Paukenschlag. Vorausgegangen war eine lebhafte Diskussion, in der die SPD ausführlich ihren Standpunkt darlegte. „Fastfood ist ungesund. Das ist Allgemeinwissen“, sagte Siegfried Siegel (SPD) und bezog sich auf Hagen Bergmann (CDU), der sich dagegen gewandt hatte, die Wirtschaft über die Planungshoheit der Stadt zu beeinflussen. „Weshalb sitzen wir denn hier im Stadtrat? Wer so etwas sagt, ist nicht an Politik interessiert“, so Siegel. Bergmann hielt dagegen: „Wir entscheiden über ein Bauvorhaben.“ Man könne nicht bei jeder Baustelle beurteilen, ob der Bauherr ein gutes Produkt anbiete. Dem widersprach Sabine Wetzel. „Bei jedem Grundstücksverkauf entscheiden wir über die Firma, die dort baut“, sagte die Fraktionschefin von Bündnis 90/Grüne. Das Schnellrestaurant passe nicht zum Konzept der „Nachhaltigen Stadt“, dem sich Wernigerode verpflichtet habe. Diesen Wirtschaftsfaktor brauche man nicht: „Nein, danke.“ Er habe schon lange nicht mehr so viel Zuspruch von Jüngeren und so viel Ablehnung von Älteren gehört wie beim Thema Burger King, sagte CDU-Fraktionschef Matthias Winkelmann. Er respektiere die vorgebrachten Bedenken, doch sollten diese nicht entscheiden. „Wir sollten den moralischen Zeigefinger nicht zu hoch halten.“ Dem schloss sich Ilja Schicker (Bunte Liste) an: „Das erinnert mich an meine Eltern, die sagen: Iss dein Gemüse auf!“ Auch Glühwein und Bratwürste seien ungesund, denen würde aber zu Stadtfesten „der rote Teppich ausgerollt“. Ausführlich ging Matthias Bosse (SPD) auf die gesundheitlichen Folgen von Fastfood ein. Zwar werde nicht jeder adipös, der einmal Hamburger und Co. esse, erklärte der Allgemeinmediziner. Doch die Zahl der Übergewichtigen steige mit der Zahl der Burgerbrater. „Wernigerode wird mit jeder neuen Fastfood-Filiale runder und ungesunder“, so Bosse. Ein Nein zum Bau der Burger-King-Filiale sei eine der wenigen Einflussmöglichkeiten, welche die Kommunalpolitik habe.
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Pegel steigen in Sachsen-Anhalt
Calvörde/Tanne/Königshütte l Die Pegel vieler Flüsse in Sachsen-Anhalt steigen weiter langsam an: In Wolmirstedt (Landkreis Börde) überschritt die Ohre die Alarmstufe 1. In Calvörde wurde deshalb das Wehr gezogen. Im Harz liegen die Wasserstände wieder knapp unter den Meldegrenzen. Die Alarmstufen der letzten beiden Tage konnten ersteinmal zurückgenommen werden. Eine akute Hochwassergefahr für die Bevölkerung besteht derzeit nicht. Dennoch sorgen sich viele Menschen an Bode, Ilse und Holtemme. So auch Lillie Herford. Sie wohnt direkt an der "Warmen Bode" in Tanne und hat schon ein lebensgefährliches Hochwasser hinter sich. Frau Herfort weiß, wie schnell das Wasser kommen kann: „Wir haben ständig Kontakt mit der Feuerwehr. Es ist immer beängstigend und man ist froh, wenn alles glimpflich abgelaufen ist", so die Rentnerin. „Erst in der vergangenen Woche hat unsere Feuerwehr Sandsäcke auf dem Grundstück von Frau Herfort verlegt", so der Nachbar Gerald Grimm. Jetzt hoffen alle, dass die Pegel nicht weiter steigen. Derzeit ist in den Harzer Überflutungsgebieten noch ausreichend Platz, so dass starke Niederschläge teilweise aufgefangen werden können. Damit dies auch so bleibt, wird auch aus dem Staubecken "Mandelholz" bei Königshütte kontrolliert Wasser abgelassen.
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Baustart in Silstedt endlich in Sicht?
Silstedt l Die Zeit drängt. Bis Ende Oktober müssen die Arbeiten am neuen Sanitärtrakt auf dem Silstedter Sportplatz abgeschlossen sein. Bis dahin muss das Fördergeld vom Land verbaut werden. Das Problem: Es wurde noch nicht einmal begonnen zu bauen. Für 280 000 Euro soll auf dem Sportplatz des Wernigeröder Ortsteils ein zehn mal zwölf Meter großes Sozialgebäude entstehen – mit vier Umkleiden, zwei Sanitärbereichen mit Duschen und Toiletten - getrennt für Frauen und Männer, Besuchertoiletten sowie Umkleide und Sanitärraum für den Schiedsrichter. Eine Fördergeldzusage liegt vor, lediglich mit der Umsetzung hapert es. Denn trotz mehrfacher Ausschreibung fand sich lange Zeit kein Unternehmen, das das Bauprojekt zu den von der Stadtverwaltung angedachten Konditionen übernehmen wollte. Im Sommer 2019 seien die Arbeiten zum ersten Mal ausgeschrieben worden, informiert Wernigerodes Rathaussprecher Tobias Kascha auf Volksstimme-Nachfrage. „Die Ausschreibung wurde aufgehoben, weil kein wirtschaftliches Angebot eingegangen war.“ Nur eine Firma hatte sich damals um den Auftrag bemüht. Deren Preisvorstellungen seien aber „extrem überteuert“ und „weit mehr als zehn Prozent“ über den Vorstellungen der Stadt gewesen, hieß es damals aus dem Rathaus. Daraufhin wurde erneut ausgeschrieben. Um einen größeren Bieterkreis anzusprechen, habe die Stadt die Kalkulations- und Ausführungsfristen verlängert, so Kascha. Ohne Erfolg. Beim dritten Versuch ließ die Stadt den Bietern „ausdrücklich“ Spielräume in der Konstruktion und Ausstattung offen. Auch diese Ausschreibung musste mangels eines wirtschaftlichen Angebotes aufgehoben werden. Mit dem einzigen Bieter sei dann aber erfolgreich nachverhandelt worden, so Tobias Kascha. Allerdings übersteigen die Kosten für die Modulbauten einschließlich aller Nebenleistungen das vorgegebene Budget um 70.000 bis 80.000 Euro, sagt der Rathaussprecher. Trotz vorläufiger Haushaltsführung sei der Zuschlag erteilt worden, „so dass die mit langen Lieferzeiten angebotenen Module noch in diesem Monat beauftragt werden können“. Aus welchem Topf die Mehrkosten beglichen werden sollen, werde gerade intern diskutiert. Sicherlich sehr zur Erleichterung der Silstedter, die schon seit langem auf ihr neues Sanitärgebäude warten. Erst in der jüngsten Finanzausschusssitzung hatte sich Ortsbürgermeister Karl-Heinz Mänz (CDU) über die ständigen Verzögerungen empört. „Das kann ich in Silstedt keinem mehr verkaufen.“ Die Fördermittelzusage stehe bis zum 31. Oktober. „Ich bitte darum, dass es realisiert wird.“ Die Ungeduld der Silstedter ist durchaus nachvollziehbar. Seit Jahren mahnen die Sportler die Zustände in dem alten Flachbau an. Im gesamten Gebäude gibt es nur einen Gemeinschaftsduschraum mit sechs Duschköpfen, der über den Flur erreichbar ist. Den Umkleiden selbst sind keine Waschräume zugeordnet. Soll heißen: Es können sich entweder nur männliche oder weibliche Sportler umziehen und duschen. Ein Umstand, der die Nutzungsmöglichkeiten der Sportstätte erheblich einschränkt. Um ein gleichzeitiges Umkleiden von Männern zu vermeiden, wurden die Trainingszeiten gestaffelt. Dazu kommt, dass die Gästekabinen im alten Gebäude viel zu klein sind und der Bereich des Schiedsrichters nicht den Anforderungen der Spielordnung des Landesfußballverbandes entspricht. Auch die drei Gästetoiletten im Außenbereich sind in einem schlechten Zustand. Bereits 2014 wurden Varianten wie ein kompletter Neubau oder ein moderner Anbau diskutiert. Diese wurden aber wegen zu hoher Kosten wieder verworfen. Stattdessen wurde auf die deutlich günstigere Modulbauweise gesetzt. Nun aber soll es endlich vorangehen. Es sei geplant, sofort nach Erteilung der Baugenehmigung mit den Arbeiten am Sanitärtrakt zu beginnen und diese bis September 2020 fertig zu stellen, versichert Tobias Kascha.
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Schnee-Szenerie im Harz
Schierke l Seit dem frühen Mittwochmorgen ist der Winter im Oberharz zurück. Laut Deutschen Wetterdienst gibts ab 400 Meter Schneefall mit Mengen von bis zu 6 cm. In Staulagen können sogar bis 15 cm erreicht werden. Das freut die Touristen, die in den vergangenen Wochen statt Winterurlaub einen Orkan nach den anderen erleben mussten. Zwar ist es auf dem Brocken im Harz auch am Mittwoch windig, aber die stärksten Böen liegen bei gerade einmal 85 Kilometer pro Stunde. Dies reicht allerdings für hohe Schneeverwehungen. Und so türmt sich die weiße Pracht an den Häusern am Brockenbahnhof. Auch wenn die Winterlandschaft jetzt zu Wanderungen einlädt, ist davon abzuraten, denn viele Bäume sind durch die vergangenen Stürme geschwächt. Wenn jetzt auch noch Schnee und Eis auf ihnen lasten, kann dies jederzeit zur Gefahr werden. Schneebruch droht.
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