Volksstimme Wernigerode


H�hle im Oberharz f�rs Kino in Szene gesetzt
Rübeland l Mit ihren glitzernden Tropfsteinformationen lockt die Baumannshöhle in Rübeland jährlich unzählige Besucher an. Doch auch Filmteams haben die mystisch anmutende Stätte bereits als Drehort entdeckt. Für den Abenteuerfilm „Nachtwald“, der im Frühjahr 2022 in den Kinos anlaufen soll, entstanden dort vor wenigen Tagen die entscheidenden Szenen. „Der Film erzählt die Geschichte von den beiden Freunden Max und Paul, die von zu Hause ausreißen und auf der Suche nach einer sagenumwobenen Höhle viele Abenteuer erleben“, fasst Norman Ber­nien von der Produktionsfirma „kurhaus production“ den Inhalt zusammen. „Die Höhle hat eine sehr wichtige Bedeutung für den Film, weil sie überhaupt der Grund ist, warum die Jungs aufbrechen.“ Deshalb sei die Auswahl des Drehortes auch sehr wichtig gewesen. „Wir sind bei der Motivsuche durch einige Höhlen in Deutschland gegangen. Wir brauchten ganz spezielle Bedingungen. Es sollte eine Tropfsteinhöhle sein, in der es Wasser gibt, viele Gänge und einen großen geräumigen Saal“, beschreibt der 35-Jährige, der das Filmprojekt als Producer koordiniert. In Frage gekommen seien dabei einige Felsengrotten. „Aber wir mussten auch das Thema Sicherheit bedenken und manche waren einfach zu gefährlich zum Drehen.“ Von der Baumannshöhle sei er gleich begeistert gewesen. „Sie ist von ihrer Beschaffenheit genau so, wie wir sie uns vorgestellt haben.“ Und deshalb zog es das Filmteam von Baden-Baden ins 500 Kilometer entfernte Rübeland – als einzigen Drehort außerhalb Baden-Württembergs. Innerhalb von drei Tagen waren die Szenen im Kasten. Hauptsächlich entstehe der Film, so Bernien, in der Region um die Kurstadt im Schwarzwald. Die in Summe siebenwöchigen Dreharbeiten enden am Freitag, 22, Oktober. Dann kehrt auch für Levi Eisenblätter wieder etwas mehr Ruhe ein. Das Berliner Nachwuchstalent spielt die Hauptrolle, den zwölfjährigen Paul. Wenn er nicht am Set ist, besucht er die neunte Klasse einer Gesamtschule. Damit er den Stoff nicht verpasse, bekomme er derzeit ein wöchentliches Aufgabenpensum, das er vor oder nach den Dreharbeiten erledigt. „Bei anderen Filmen war es auch schonmal so, dass ich eine ganze Sammlung an Aufgaben für die Zeit bekommen habe und sie danach abgeben musste. Damals hatte ich auch im Anschluss ein Jahr Nachhilfe“, erzählt er. Ein bisschen neidisch seien seine Klassenkameraden schon, wenn er unterwegs ist, während sie die Schulbank drücken. Doch das Dasein als Jungdarsteller ist auch stressig. Zusätzlich zum Schulstoff kommt die Zeit am Set und die entsprechende Vorbereitung. „Auf den Fahrten gehe ich mit meinem Coach nochmal den Text durch und übe die Aussprache. Den Text lerne ich meist erst einen Tag vor dem Dreh. Das ist gar nicht so schwer. Und wenn ich es vorher mal nicht schaffe, habe ich ihn spätestens drauf, wenn ich die Szene zweimal gespielt habe“, beschreibt er. Ansonsten ist er ein ganz normaler Teenager. „Ich höre gern Hörbücher, spiele Videospiele, gehe Inline skaten oder mit Freunden raus“, berichtet Levi von seinem Alltag abseits der Filmbranche. Wobei er so ganz nicht von der Faszination loskommt. „Ich schaue auch gern Serien wie ‚Stranger Things‘ und ‚Breaking Bad‘. Und mir macht es viel Spaß, Filme zu bearbeiten und über ein Computerprogramm Effekte einzubauen“, sagt der 14-Jährige. Deshalb reize ihn als Berufsbild nicht nur das Schauspielern, sondern auch die Postproduktion. Eine Zukunft vor der Kamera scheint angesichts seiner Erfolge aber nicht abwegig. Erst vor vier Jahren wechselte er von Fotoshootings über Werbespots zu Film- und Fernsehen. Und seine Vita lässt sich sehen. In dem Film „Mute“ (2018) spielte er in Rückblenden die jüngere Version von Alexander Skarsgård, in „Das perfekte Geheimnis“ (2019) gab er den jungen Florian David Fitz. Großes Kino lieferte Levi in der Siegfried-Lenz-Verfilmung „Deutschstunde“ (2019) an der Seite von Tobias Moretti und Ulrich Noethen ab, Fernsehzuschauern ist er durch die ZDF-Serie „Das Pubertier“ (2017) bekannt. Mit Pasquale Aleardi, der damals seinen Vater spielte, habe er noch heute Kontakt. „Der ist einfach richtig cool“, meint Levi. Dabei sind es nicht die Treffen mit etablierten Schauspielern, die ihn an dem Hobby reizen. „Es ist einfach spannend, in andere Rollen zu schlüpfen und neue Drehorte kennenzulernen wie den Harz“, erzählt er. Auch wenn er hier privat vor einigen Jahren bereits Urlaub gemacht hat, nimmt er die Region heute ganz anders wahr. Denn Schauspieler zu sein, hat eben seine Vorteile. „Es war richtig klasse. Ich konnte in Gänge gehen, in die man sonst nicht einfach rein darf.“ Damit überhaupt in der Tropfsteinhöhle gefilmt werden durfte, waren einige Vorkehrungen nötig. „Dreharbeiten sind laut Hauptbetriebsplan möglich, aber eben nicht der Regelfall. Schließlich wird dabei viel in die Höhle reingetragen, was dort nicht hingehört“, gibt Markus Mende, Betriebsleiter und Marketingchef der Höhlen, zu bedenken. Naturschutz-, Berg- und Hausrecht hätten stets Vorrang. „Wir haben mit der Produktionsfirma also erst die Verbote geklärt und dann die Gebote. Schließlich tragen wir eine große Verantwortung für das Naturdenkmal.“ Die zuständigen Behörden hätten die Dreharbeiten aber zügig genehmigt. „Wir haben hier sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Mitarbeiter der Baumannshöhle haben uns sehr viel ermöglicht, was unter der Prämisse des Naturschutzes ging“, lobt Norman Bernien die Zusammenarbeit. „Zudem wurde unser Team sehr gut unterstützt. Die Höhlenmitarbeiter haben nicht nur die Tür aufgeschlossen, sondern auch mal mit angepackt, wenn Hilfe benötigt wurde. Das zeigt ein ehrliches Inte­resse an unserem Projekt.“ Das Ergebnis gibt es voraussichtlich im Frühjahr 2022 in den Kinos zu sehen. Zuvor solle der in Zusammenarbeit mit dem SWR und NDR entstehende Film auf Festivals gezeigt werden, erklärt Norman Bernien. Als Teil der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ werde „Nachtwald“ finanziell von der MFG Filmförderung, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem Deutschen Filmförderfonds unterstützt.
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Rettungseinsatz im B�rgerpark Wernigerode
Wernigerode (mg) l Für Aufsehen hat am Mittwoch die Landung eines Rettungshubschraubers im Wernigeröder Bürgerpark gesorgt. Laut Augenzeugen soll am frühen Nachmittag ein Kind beim Spielen verunglückt sein. Um 13.55 Uhr sei ein entsprechender Notruf bei der Rettungsleitstelle Harz in Halberstadt eingegangen, berichtet ein Mitarbeiter. Wenig später sei der Helikopter aus Wolfenbüttel mit einem Notarzt an Bord im Bügerpark gelandet. „Dafür haben wir die Pferdekoppel am Eingangsbereich geräumt“, erläutert Bürgerpark-Chefgärtnerin Sandra Pech. Die Grünanlage habe während des Rettungseinsatzes, für den die Polizei laut Harzrevier-Sprecher Sebastian Piechulik den Dornbergsweg absperrte, nicht schließen müssen. Um 14.38 Uhr sei der Hubschrauber laut Rettungsleitstelle wieder abgeflogen, ein Rettungswagen brachte das Kind ins Harzklinikum.
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Orkanb�en fegen �ber den Brocken
Wernigerode l Ein schwerer Sturm mit Orkanböen fegt seit den Mittagsstunden über den Brocken im Harz. Der Deutsche Wetterdienst hat daher eine Unwetterwarnung herausgegeben. Darin heißt es unter anderem: „Es treten oberhalb 1000 m Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 130 km/h (36m/s, 70kn, Bft 12) aus südwestlicher Richtung auf.  Bäume können zum Beispiel entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien! Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen." Zahlreiche Touristen haben sich am heutigen Mittwochnachmittag dennoch auf Norddeutschlands höchsten Gipfel gewagt.  Auf dem Brockenplateau wurden viele von ihnen von dem Herbststurm überrascht. Besonders Familien mit Kinderwagen hatten Probleme sich auf den Beinen zu halten. Kleinkinder und Fahrradfahrer stürzten. Mindestens eine Person wurde leicht verletzt. Die junge Frau wurde von Rettungssanitätern versorgt und ins Tal gebracht. Schwer verletzt wurde bisher niemand. Damit dies so bleibt, warnt der DWD bis Morgen früh 09:00 Uhr: „Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!"  
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Segeflieger im Harz notgelandet
Blankenburg/Westerhausen (vs) l Aufregung bei Blankenburg im Harz: am Mittwochmittag musste ein Segelflieger ungeplant im Harz notlanden. Polizeiangaben nach fehlte dem 54-jährigen Piloten aus Berlin der Aufwind, so dass er sein Fluggerät außerhalb eines Flugplatzes zu Boden bringen musste. Die Notlandung auf einem Acker neben der B27 von Blankenburg Richtung Westerhausen gelang ihm jedoch mit Bravur. Laut Polizei setzte er ohne Schaden auf dem unbewirtschafteten Feld auf. Verletzte gab es bei dem Vorfall nicht.
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Einigung im Citybus-Streit in Wernigerode
Wernigerode l Wieviel soll die Stadt jährlich für den Citybus-Verkehr in Wernigerode beisteuern? Darüber streiten Kreis und Stadt seit mehr als zwei Jahren. Der Landkreis als Träger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) forderte immer mehr. Wernigerode aber wollte den städtischen Anteil neu berechnen lassen. Jetzt liegt ein Vergleich auf dem Tisch, den Stadt und Kreis gemeinsam erarbeitet haben. 190.000 Euro im Jahr, statt der geforderten 297.000 Euro. Die Stadt übernimmt damit gut ein Drittel der Gesamtkosten. Vorausgesetzt, Kreistag und Stadtrat stimmen zu. Zumindest in Wernigerode zeigt man sich wohlwollend. Die Mitglieder des Finanzausschusses haben dem Stadtrat den Kompromiss einstimmig empfohlen - und das, obwohl im Wernigeröder Rathaus keine Jubelstimmung herrscht. „Eigentlich müssten Sie mir den Kopf abreißen für diesen Vergleich“, so Dezernent Rüdiger Dorff. Die Finanzierung des ÖPNV sei eine Pflichtaufgabe des Kreises. Als Träger sei dieser verpflichtet, auch die touristische Nachfrage an einer Busbeförderung zu bedienen. Und Wernigerode steuere weit mehr als die nun festgelegten 190.000 Euro bei, so der Dezernent. Denn die anteilige Finanzierung des HATIX-Systems komme noch dazu. Für diese 300.000 Euro fahre in Wernigerode kein einziger Bus zusätzlich. „In Summe zahlen wir 490.000 Euro im Jahr für eine Aufgabe, die dem Landkreis obliegt“, so Dorff in aller Deutlichkeit. „Das muss doch in irgendeiner Form honoriert werden.“ Die 190.000 Euro seien im Übrigen kein Festpreis für die nächste Jahre. Sie seien nur rückwirkend für 2018 und 2019 festgesetzt. „Es kann durchaus sein, dass für 2021 ein höherer Preis angesetzt wird.“ Dennoch warben Dorff wie auch OB Peter Gaffert (parteilos) für den Vergleich. Eine Lösung nach dreieinhalb Jahren wäre „gut“, so das Stadtoberhaupt. Der Kompromiss sei eine „vernünftige Basis“ für die Zukunft. Ob die Gefahr bestehe, dass der Kreis sein ÖPNV-Angebot in Wernigerode runterschraubt, wenn die Stadt weniger als erwartet beisteuert, wollte André Boks (SPD) wissen. In Wernigerode würden die Busse häufiger genutzt werden als anderswo, entgegnete Dorff. „Das kann man nicht mit der Linie Veckenstedt/Ilsenburg vergleichen.“ Die Stadt bestehe deshalb wie in der Vergangenenheit auf dem Halbstunden-Takt. Diesen wolle man deshalb laut Dorff im Vertrag mit dem Kreis festschreiben lassen. Bernhard Zimmermann (Bündnis 90/ Die Grünen) hat ähnliche Befürchtungen wie André Boks. „Letztendlich trifft der Kreistag die Entscheidung und nicht wir.“ Zimmermann, der selbst im Kreistag sitzt, verwies auf einen Beschluss aus dem Jahr 2019. Damals wurde festgeschrieben, dass sich Wernigerode künftig auf dem Niveau von 2016 - also 297.000 Euro - zu beteiligen habe. „Ein Teil der Mitglieder ist der Meinung, Wernigerode sei reich und könne das durchaus bezahlen.“ Aus den Reihen des Kreistags sei klar gesagt geworden: Sollte Wernigerode nicht zahlen, werde auf Stundentakt herunter gefahren. Er wisse, dass im Kreistag kontrovers diskutiert werde, so Peter Gaffert. „Deshalb ist es an Ihnen, sich dort stark zu machen“, so der OB an die Stadtratsmitglieder gerichtet, die auch im Kreis vertreten sind. Während die Entscheidung in Wernigerode bereits in der Stadtratssitzung am 5. November fällt, lässt das Votum des Kreistags noch auf sich warten. Die Mitglieder seien bislang lediglich schriftlich über den Stand in der Angelegenheit informiert worden, heißt es auf Nachfrage aus der Kreisbehörde. „Der Landkreis beabsichtigt, die Vorlage für den Kreistag am 9. Dezember in den Geschäftsgang zu bringen.“
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